11.Dezember 2009

Refugees Welcome

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Seit Oktober 2007 befasst sich in Düsseldorf eine Arbeitsgruppe mit dem Projekt „REFUGEES WELCOME“. Diese besteht aus Fortunafans, die sich im ALERTA! Netzwerk, bei den Ultras Düsseldorf und / oder im Rahmen des Fanprojektes engagieren. Die Anzahl der Aktiven dieser Gruppe variiert zwischen 5 und 20 Teilnehmer/innen – je nach dem welche Aktion oder welches Thema gerade in Planung ist.

Die Intention der Arbeitsgruppe ist es, sich mit dem Thema Flüchtlingspolitik, sowohl theoretisch und inhaltlich als auch praktisch, zu beschäftigen. Gestartet haben wir mit diversen Texten zu Flüchtlingspolitik in Düsseldorf. Des Weiteren haben wir Kontakt mit Fußballfans anderer Vereine aufgenommen, die sich schon länger mit der Flüchtlingsthematik in Deutschland beschäftigen. Wir möchten Flüchtlingen und Migrant/innen verdeutlichen: Ihr seid hier willkommen – in der Fanszene, im Stadion, in Düsseldorf. Der Ball unterscheidet nicht nach Herkunft oder anderen Klassifikationen! Und letztendlich geht es auch darum, Menschen, die Krieg und Folter gesehen bzw. erlebt haben, einfach einmal einen schönen Tag, mit Fußball als Ablenkung, zu bieten.

Der Flüchtlingsrat der Diakonie Düsseldorf wurde unser erster Kooperationspartner, um das Vorhaben, Flüchtlinge kennen zu lernen und mit diesen gemeinsam Fußballspiele der Fortuna zu besuchen umzusetzen. Im Jahr 2008 haben wir dies in die Tat umgesetzt und 20 Flüchtlinge eingeladen. Unterstützung erfuhren wir hierbei von Fortuna Düsseldorf, die unsere Aktionen mit Freikarten unterstützen. Die Flüchtlinge kamen in Begleitung zweier Vertreter der Diakonie in unser Fancafé, Anlaufstelle zahlreicher Fans. Im Rahmen des regelmäßigen Brunchangebotes vor Heimspielen, ergab sich hier die Möglichkeit, sich in lockerer Atmosphäre bei Kaffee und gutem Essen kennen zu lernen. Schnell entstanden Kontakte zwischen Fans und Flüchtlingen. Die Verständigung funktionierte zum Teil „mit Händen und Füßen“ aber auch auf Englisch und Französisch – Fußballbegeistert und gespannt aufs Spiel waren wir alle. Vom Fancafé aus machten wir uns mit einer großen Gruppe von Fans und Flüchtlingen auf den Weg zur LTU-Arena.

Für die Flüchtlinge, die zum Großteil aus afrikanischen Ländern stammten, war es das erste Mal, dass sie ein Stadion hier in Deutschland von innen sehen konnten. Das Spiel ging für die Fortuna leider verloren, ein spannender Nachmittag war es trotzdem. Mit dem Hintergrund dieser sehr positiven Erfahrungen beschlossen wir regelmäßig Flüchtlinge zu den Heimspielen einzuladen. Dies wurde in der Saison 2008/09 drei Mal umgesetzt und in der laufenden Saison  bisher zwei Mal. Weitere Besuche werden natürlich folgen.

Mittlerweile kommen auch jugendliche Flüchtlinge zu unserem Fußball Angebot im Rahmen des Fanprojektes. Hier können die Jungs und Mädels selber gegen den Ball treten, ohne einen Vereinsbeitrag entrichten zu müssen.

Das Thema Flüchtlingspolitik wurde, angestoßen durch unsere Kampagne, auch zum Thema diverser Artikel in den Fanzines bei Fortuna. Des Weiteren wurden einige Transparente gemalt – z.B. eine Überziehfahne „Refugees Welcome“ für den oberen Bereich der selbstverwalteten Kurve, ein Banner „Kein Mensch ist illegal“ und diverse Spruchbänder gegen Nazis im Stadion. Seit einiger Zeit arbeiten wir mit STAY! zusammen. Dies ist eine unabhängige, offene Anlaufstelle für Flüchtlinge und Migrant/innen
(www.stay-duesseldorf.de).

Mit einer Gruppe von 20 jugendlichen Migrantinnen und Migranten besuchten wir im Herbst 2009 ein Fortunaspiel. Anschließend luden wir diese zur „After Game- Party“ ins Fancafé ein. Zwei der Jungs aus dieser Gruppe sind inzwischen bei fast jedem Spiel der Fortuna anzutreffen.

Alles in Allem kann die bisherige Entwicklung des Projektes “REFUGEES WELCOME” als voller Erfolg gewertet werden. Zum einen wurde einigen Jungs und Mädels, die sonst im Leben nicht so viel zu lachen haben, ein schöner Tag beschert. Zum anderen schafften wir es, das Thema “Flüchtlings-(und Migrations)politik“ in der Fortuna-Fanszene präsent und zugänglich zu machen und gleichzeitig neue Fans für unseren Verein zu gewinnen. Dass viele Fans auf uns zu kamen und sich interessiert zeigten, rundet das ganze ab und bestätigt unseren positiven Eindruck. Es ist einfach ein schönes Gefühl zu erleben wie unser Sport die Menschen verbinden kann.

Wenn auch du dich näher mit der Flüchtlingssituation in Düsseldorf beschäftigen möchtest, bieten die Mitglieder von Alerta Düsseldorf gerne Einblick in die Thematik.

Fußball ohne Grenzen – Refugees Welcome !